Für die Malerei, die vor allem 2009 entstand, nahm ich mir bewusst vor, mich auf wenige Farben zu beschränken. Ich rührte wenige Ölfarben in großen Behältern an. Diese Farben nenne ich "unschöne" Farben beziehungsweise sind es keine klar definierbaren Töne. Teilweise wirken sie schmutzig. Mein Anliegen ist, mit diesen Tönen sinnliche und spannende Bilder zu schaffen. Es entstehen wenige Nuancen im Bild. Sie werden durch die Bewegung des Lichtes im Raum wie auch des Betrachters beim Passieren des Bildes entfaltet. Die bewusst gesetzten Strukturen durch das Schieben der Farbmassen auf der Leinwand ermöglichen Durchblicke auf dahinter liegende Farbschichten.
Es entstehen Bilder, die sich aus dem Prozess der Malerei entwickeln. Dabei schiebe ich die Farbmassen, reibe mit unterschiedlich großen Pinseln, um einen Gesamtklang der Töne zu erhalten. Innerhalb der Nuancen setze ich Schwerpunkte. Dies sind unter anderem Kanten an den Pinselbewegungen, die den Übergang zu einem anderen Farbfeld definieren. Dunklere Partien vermitteln das Gefühl, im Farbraum besteht eine nicht klar definierbare Körperlichkeit. Das Bild entsteht aus Schichten, die über mehrere Tage und Wochen gesetzt werden. Die letzte entscheidende Schicht bedarf einer hohen Konzentration, da diese in den letzten Stunden des Malprozesses mit einem Mal realisiert wird. Ein späteres, nochmaliges Eingreifen in das Bild ist nur bedingt möglich, da die Dicke der Farbmasse die Reinheit und Schönheit der schon "schmutzigen" Farbe nicht erlaubt.
Ich nutze Ölfarbe, da diese besonders mit dem äußeren Lichteinfluss koresspondiert. Ebenso achte ich auf das Material der Leinwand (v.a. Leinen), um die Reflektion des Untergrundes mit den Farbschichten zu verstärken.