Meine künstlerische Untersuchung gilt dem Bild als Träger von Erinnerung und Räumlichkeit sowie dem Ausstellungsort in seiner Stille und Leere. Ich beobachte den Raum und seine Veränderung durch das Tageslicht. Danach richte ich die Positionierung der Arbeiten aus. Der Lichteinfall beschreibt und formt die Bilder. Ihre Kraft entwickeln sie dadurch vor Ort ähnlich einer "malerischen Sonnenuhr".

Meine Malerei beschränkt sich auf wenige Töne, die ich bewusst in großen Behältern anrühre. Sie definieren sich durch wenige Nuancen. Mein Anliegen ist, eine physische Präsenz in der Farbe zu schaffen. Der Raum, der die Illusion einer Raumdarstellung oder einer Oberfläche birgt, soll fühlbar sein und das Licht ein Licht, das das Bild trägt.

Es entstehen Bilder, die sich aus dem Prozess der Malerei entwickeln. Ich nutze Ölfarbe, da diese besonders mit dem äußeren Lichteinfluss korrespondiert. Die natürlichen Pigmente der Ölfarbe enthalten eine Sinnlichkeit, mit der ich langsam arbeiten und den Trocknungsprozess kontrollieren kann. Ich nutze grob struktiertes Leinen, Baumwolle oder Jute, um die Reflektion des Untergrundes mit den Farbschichten zu verstärken.

Ich empfinde Differenzierungen des Lichteinflusses auf Oberflächen spannend. Beginnt der Blick, langsamer über die Gegenstände und Oberflächen zu wandern, reduziert sich die Fülle der Umwelt auf einen Ausschnitt. Dieser entfaltet seine Zwischenräume, zum Beispiel die Übergänge von einem warmen Ocker zu einem hellen Grau, weiter zur Spiegelung von etwas Grünem, das sich mit einem Blau mischt. Das Davor und das Dahinter definieren Überlagerungen und Durchdringung von wahrgenommenem Raum. Ich beobachte meine Umgebung auf diese Weise. 
 
Seit 2005 entstehen große Papierbahnen, die ich in Räumen anbringe. Ihnen füge ich Einschnitte und Risse zu. Diese orientieren sich an tatsächlich gesehenen räumlichen Strukturen und Personen.
Die Fläche des Papiers nutze ich, um diese zu entfalten. Meine Untersuchung gilt den entstehenden Lichtnuancen auf der Oberfläche des Papiers, der Brechung des Lichtes in den Raum des Bildes hinein sowie die entstehende Formulierung des Gesamtraumes der Präsentation.

Die Reduktion der Farbtöne, des Gestus sowie des Ausschnittes unterstreicht mein Anliegen nach Verlangsamung von Wahrnehmung. Der Betrachter, durch dessen Bewegung und Betrachtung sich das Material entfaltet, ist aufgefordert, dem langsamen Blicken innerlich zu folgen.