Das Licht, das durch die relativ kleinen Dachfenster des Ausstellungsraumes im GEDOK-Atelierhaus in Lübeck scheint, bündelt sich, und es entstehen Reflexionen der Wasseroberfläche des Flußes Trave an den Wänden.

Die Bahnen der Papiere behandele ich mit weißem und schwarzem Pigment. Das Schwarz und Weiß der Papiere betont Abstufungen von Grauwerten. Weiß und schwarz stellen eine extreme Art der Wiederspiegelung von Licht dar. Das Weiß reflektiert und das Schwarz saugt und fordert.

An einer schwarzen Papierbahn (Größe: 4 x 2,30 m) fühle ich durch einen Schnitt die Körperlichkeit einer gehenden Person nach. Das Papier öffnet sich. Es gibt den Blick auf zwei unterschiedliche Schwarztöne (Elfenbein- und Kohlendioxidschwarz) der übereinanderliegenden Papierbahnen frei. Es wird ein räumlicher Einblick sichtbar.  Nuancen von Schwarz- und Grauwerten entstehen an den Kanten des Schnittes in Bezug zu der Fläche des Papieres. 

Der weiße Hang betont den Durchblick durch die abgrenzenden Säulen und Öffnungen zu den Fenstern hinaus auf die Trave. Dessen Schnitte erfahren kein figuratives Nachfühlen. Sie erfolgen frei und belassen das Papier als Material keiner Beengung, sondern dem freien Fallen. 
Das Weiß des Papieres fügt sich in den Raum. Es korrespondiert mit den Weißtönen der angrenzenden Wände. Es entstehen Nuancen von Grauwerten. Sie betonen das Lichtsspiel auf der Papieroberfläche und ebenso die Übergänge zur Wand, zum Boden wie auch zum Raum, den man dahinter und hindurch sieht.
Der Betrachter, der sich durch den Raum bewegt, erlebt Einschnitte in den Raum.


(Auszug aus dem Erfahrungsbericht für das Landesministerium Schleswig-Holstein)